Der Hamburger Jugendserver

Mit vollem Einsatz für Menschlichkeit

Zur Relevanz von Humanitärer Hilfe


Befindet sich eine Region auf der Welt durch z.B. Natur- oder Hungerkatastrophen, Kriege oder Flucht in einer akuten Notlage, wird internationale Humanitäre Hilfe geleistet. Darauf spezialisierte Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) stellen eine Notfallversorgung auf die Beine, meistens für mehrere Tausend Menschen, die dringend medizinische Hilfe, Wasser, Unterkünfte, Sanitäranlagen und Nahrung benötigen. Manchmal muss diese Hilfe über viele Jahre aufrechterhalten werden.

 


Was würde passieren, wenn NGOs plötzlich keine Hilfe mehr leisten könnten?

Zum Beispiel, weil den Beschäftigten das Arbeiten untersagt würde. Ein nicht vorstellbares und absurdes Szenario? Leider nein - derzeit ist das in Afghanistan sehr real. Dort wurde Frauen verboten zu arbeiten. Um ihre Mitarbeiterinnen zu schützen, stellten die Organisationen die Hilfen teilweise oder ganz ein. Inzwischen scheint sich hier etwas zu tun und die NGOs nehmen ihre Arbeit sukzessive wieder auf. Die Situation bleibt aber weiterhin angespannt.

Nun arbeiten in NGOs natürlich nicht nur Frauen und wenn davon abgesehen wird, wie ungeheuerlich es ist, dass Menschen auf Grund ihres Geschlechts vorgeschrieben wird, ob sie arbeiten dürfen oder nicht, so müssen in diesem Fall halt die Männer „ran“. Klingt einfach, ist es aber nicht. Und zwar in mehrerlei Hinsicht: Ein Blick in den FAIR SHARE MONITOR 2022 (1) zeigt, dass fast 70% der Belegschaft von NGOs weiblich ist. Eine rein männlich besetzte Hilfe zu organisieren, ist also nicht mal eben so umsetzbar, nicht auf Dauer zu bewerkstelligen und in Teilen unmöglich.Zum anderen ist es schwer, afghanische Frauen und Mädchen zu erreichen, um ihnen zu helfen oder sie als Mitarbeiter:innen zu gewinnen, wenn sie aus dem öffentlichen Leben verschwinden und sich nicht frei bewegen können. Das bleibt problematisch, solange die Erlaubnis zu arbeiten (oder eine weiterführende Schule zu besuchen) nicht für die weibliche Bevölkerung Afghanistans gilt.

Die Lage ist ernst: Vielen Menschen in Afghanistan, die eigentlich dringend grundlegende Hilfe benötigen, kann derzeit nicht geholfen werden. Das folgende Video gibt dir einen anschaulichen Eindruck davon, was genau Humanitäre Hilfe leistet, wenn sie nicht daran gehindert wird:

 


Was leisten internationale Hilfsorganisationen?

In der Regel sind viele internationale Hilfsorganisationen an den Einsätzen beteiligt, die ihre Arbeit miteinander koordinieren, zum Beispiel das Rote Kreuz, der Rote Halbmond, das Technische Hilfswerk, Ärzte ohne Grenzen und viele andere mehr.

Im Mittelpunkt der Humanitären Hilfe steht immer der in Not geratene Mensch und nicht politische, religiöse oder ökonomische Interessen. Die humanitären Hilfsorganisationen orientieren sich dabei an ethischen, rechtlichen und organisatorischen Prinzipien. Diese sind vom (humanitären) Völkerrecht abgeleitet und den allgemeinen Menschenrechten verpflichtet.

Die wichtigsten Grundsätze sind die Wahrung der Menschlichheit, Unparteilichkeit, Neutralität und Unabhängigkeit. Was genau sich dahinter verbirgt und warum diese Regeln so bedeutsam sind, erfährst du unter anderem hier:


Humanitäre Hilfe verdient höchsten Respekt

Humanitäre Hilfe ist also eine hochkomplexe Sache und neben der logistischen Meisterleistung auch eine immense Herausforderung für alle Einsatzkräfte. Sie verrichten ihre Arbeit unter extremen Bedingungen und nicht selten geraten sie selbst in Gefahr. Am 19. August 2003 starben 22 humanitäre Helfer bei einem Bombenanschlag in Bagdad (Irak). Dieses Ereignis nahmen die Vereinten Nationen zum Anlass, den 19. August als Welttag der Humanitären Hilfe zu erklären, um auf die Menschen, die sich im Bereich der internationalen humanitären Hilfe engagieren, besonders aufmerksam zu machen und jenen, die dabei ihr Leben verloren haben, zu gedenken.

Hier beschreibt ein Helfer der Diakonie Katastrophenhilfe (DKH) seine persönlichen Empfindungen über die Sicherheitsumstände seiner Arbeit und seine Hochachtung vor dem Mut seiner Kolleg:innen:
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/blog > Humanitäre Hilfe braucht Sicherheit

 


Bei einem Hilfseinsatz müssen alle Abläufe sehr gut aufeinander abgestimmt sein. Studierende der FH Münster konnten bei einer Praxisübung, die unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) organisiert wurde, einen Eindruck von der Komplexität der Humanitären Hilfe gewinnen:

 


Das kannst du für mehr Menschlichkeit und soziales Miteinander tun

Ein Einsatz für mehr Menschlichkeit und soziales Miteinander muss aber gar nicht im großen Stil stattfinden, sondern kann auch im Kleinen in deiner direkten Umgebung geleistet werden, zum Beispiel indem du dich für Menschen in deiner Nachbarschaft engagierst. Eine friedliche, gerechte und solidarische Gesellschaft ist auf gegenseitige Unterstützung und Hilfe angewiesen. Das gilt nicht nur zwischen Gleichgesinnten. Gerade die Solidarität mit Fremden, mit Schwachen und Beeinträchtigten zeigt, dass wir die Würde und Rechte eines jeden Menschen achten und dafür eintreten.

Beispiele, wie du in Hamburg aktiv werden kannst, erfährst du hier auf unserem Jugendserver:

👉 Mehr zu dem was Solidarität ist und was du tun kannst, erfährst du im Artikel "Solidarität" unseres Redakteurs Lars

 

enlightenedDer FAIR SHARE Monitor ist ein datenbasiertes Instrument zur langfristigen Untersuchung des Frauenanteils in den Belegschaften zivilgesellschaftlicher Organisationen. Damit soll beobachtet werden, wie sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen entwickelt. Ein Blick hinein lohnt sich also insbesondere, wenn du dich für Gleichstellung interessierst.

 


Bildnachweise:
Rettungsboot © Will Francis on Unsplash; Händekreis © Franz Pfluegl / Fotolia.com; Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze © Kerem Uzel/Pressefoto der Diakonie Katastrophenhilfe
Text: Sabina und Jessica aus der JIZ-Redaktion 

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