Der Hamburger Jugendserver

Unersetzlicher Superorganismus

Oder auch der "Inbegriff des Fleißes"

 

Wie lange es uns schon auf der Erde gibt? Uns gibt es bereits seit 40 Millionen Jahren. Unsere Verbundenheit mit den Menschen ist schon immer eng. Ob Griechen, Römer oder Ägypter, der Mensch ist seit Jahrtausenden an uns als Multilieferant interessiert. Ob wir Einzelgänger/ Einzelgängerinnen sind? Nein, jeder von uns ist ein unentbehrliches Mitglied eines großen Volkes, dem bis zu 40.000 Mitglieder angehören. 

Zugegeben, wir sind zwar ziemlich klein, aber haben es trotzdem weit nach vorne geschafft. Hey, aber das ist nicht alles was zählt! Was wirklich zählt ist, dass jeder Einzelne von uns eine unterschiedliche und verantwortungsvolle Aufgabe innehat, ob als Architekt, Ingenieur, im Innen- und Außendienst bis hin zum Wächter.


Faul, abhängen, chillen? Nein, das kennt man in meinem Volk nicht. Man sagt über uns, wir seien der „Inbegriff des Fleißes“. Der wirtschaftlich, globale Ertrag unserer Spezies liegt zurzeit bei ca.265 Mrd. Euro. An einem guten Tag fliegen einige von uns bis zu 30 Mal am Tag an verschiedene Orte und fungieren so als wichtiges Transportmittel.

Unorganisiert, verpeilt, egoistisch? So etwas ist uns fremd. Man sagt uns einen durchorganisierten Superorganismus mit einem ausgeklügelten Kommunikationssystem nach.

Was Betäubung? Du meinst wohl Bestäubung! Ja, das ist eine unserer Dienstleistungen für Pflanzen, Menschen und die Erde.


Welche Gegenleistung wir dafür verlangen? Fürsorge, Respekt, Nahrung und ein gutes Zuhause. Ein Nehmen und Geben für die Umwelt.

Freunde? Klar. Haben wir auch. Wir haben uns und viele verantwortungsbewusste und achtsame Menschen. Einge davon haben ein ganz besonderes Gespür für uns.

Feinde? Leider auch. Kleine gefährliche Gegner, die sich weltweit verbreiten.Ja, richtig gehört, ich spreche von der Varroamilbe. Sie setzt uns ziemlich zu. Zudem leider auch achtlose Menschen , die uns mehr denn je einer Umwelt aussetzen, die uns unter enormen Stress setzt und schwächt.

Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit? Ja, diese Fähigkeiten brauchen wir gewiss nun mehr denn je. Wir müssen robuster werden bei einer sich ständig verändernden Umwelt.


Ob wir „Landeier“sind? Ach was. Wir mögen ebenso gerne das urbane Stadtleben, das uns eine große Vielfalt an Nahrung bietet. Man findet uns in verwilderten Gärten und Linden sind für uns ein wahrer Gaumenschmaus. Auch der Hamburger Großmarkt bietet einigen Bekannten von uns, genau 10 Völkern an der Zahl, optimale Bedingungen für ein gutes Zuhause.

Vom Aussterben bedroht? Zum Glück nicht, aber in Gefahr! Was meine Spezies betrifft: Wir werden von verantwortungsbewussten Freunden, den Imkern, gut betreut, denn wir sind neben zwei weiteren Artgenossen das wichtigste ökonomische Nutztier der Menschheit. Und das liegt nicht nur an unserem leckeren Honig. Durch uns wird die Vielfalt an Nahrung für den Mensch sichergestellt.

Aber schau selbst im Infokasten und finde heraus, was wir alles können und schenke uns allen, wenn du es nicht sowieso schon tust, ein wenig mehr Aufmerksamkeit, Interesse und Unterstützung. Denn, trotz bester imkerlicher Betreuung, leben wir immer noch in und von der Natur.

Darf ich vorstellen? Ich bin die Honigbiene! Und dies ist unser besonderer Tag.


Was mich persönlich angeht. Ich bin Mitglied eines Bienenvolkes vom Imker Herrn Petrausch und mein Zuhause ist der Schulgarten der Ida-Ehre-Schule in Hamburg. Ja, richtig gehört, ich lebe an einem Schulstandort und werde dort sehr gut betreut.

Ob die Schüler mich akzeptieren? Klar, wir sind Teil der Schule und man schenkt uns sogar einen ganzen Tag – den sogenannten Bienentag. Was die Schüler/innen davon mitnehmen? Sie lernen uns an diesem Tag über verschiedene Sinne kennen. Und manch einer verliert sogar seine Angst vor uns. Denn man sagt uns nach, wir seien sehr brave Bienen. Eine Arbeitsgemeinschaft unterstützen wir gern. Herr Petrausch hat bis zu 10 Schüler/innen, die in seiner AG ihr Interesse und ihr Wissen unter Beweis stellen. Und stolz auf unseren Ida-Ehre-Honig sind wir auch. Imker Herr Petrausch: www.diemotte.de


Andere meiner Artgenossen werden zum Beispiel von Berufsimkern wie zum Beispiel Herrn Iblher fürsorglich betreut. An vielen unterschiedlichen Standorten in Hamburg schenkt er uns ein gutes Zuhause. Was die Imker gemeinsam haben? Sie haben ein ganz besonderes Gespür für uns. In in einigen Punkten sind sie uns sogar sehr ähnlich. Sie sind sehr verbunden mit der Natur, überaus fleißig, hart im Nehmen und leisten einen enormen Beitrag für die Allgemeinheit. 


Du möchtest noch mehr über uns Bienen wissen? Kein Problem! Uns Honigbienen gibt es über ganz Hamburg verteilt. Mit 220.000 Bäumen bietet die Stadt Hamburg viele Quartiere für unsere Behausungen. 

Was du für uns tun könntest? Ein wichtiger Beitrag, die heimischen Honigbienen zu retten, ist es, z.B. Honig vom regionalen Imker zu kaufen. Und du wirst staunen! Jeder Honig schmeckt anders. Ein weiterer Beitrag: Ökologisch reiche und verwilderte Gärten erhalten oder sogar selbst anlegen.


Und zuletzt ein Geheimtipp. Es gibt immer wieder Aktionen, bei denen du bei Imkern und Bienenvölkern vorbeischauen kannst. Wie zum Beispiel bei der Imkerei Elbgelb in Ochsenwerder, wo man dem Berufsimker, Herrn Stephan Iblher, über große Schaufenster bei der Arbeit zuschauen kann. Imkerei Elbgelb elbgelb.de


 


 

Bildnachweise:
Mann mit Cyberbrille © Eugenio Marongiu / Fotolia.com; Kinder mit Strohhüten im Stroh © sonya etchison / Fotolia.com; Bestäubung Honigbiene © Lilli Lafeld, alle anderen Bilder © Jugendinformationszentrum

Text: Caro aus der JIZ-Redaktion

top